Sommersemester 2025Masterprojekt

Energiemanagement Wetterstation Campus Unter den Eichen

AutorenHolger Albrich, Ahmed Sharhan
BetreuungProf. Dr. Holger Hünemohr

Originalarbeit

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Fokus/Ziel

Der primäre Fokus dieses Masterprojekts lag auf der Entwicklung und Implementierung eines nachhaltigen Energiemanagementsystems (EMS) für die Wetterstation am Campus Unter den Eichen der Hochschule RheinMain Wiesbaden.

  • Aufbauend auf früheren Arbeiten: Das Projekt baut explizit auf der vorangegangenen Bachelorarbeit zum Aufbau und zur Cloud-Integration der Station auf. Ziel war es, die Station von einem nicht betriebsbereiten Zustand (aufgrund von Hardwareausfällen) in ein voll funktionsfähiges, fernüberwachbares System zu überführen.
  • Kernziel: Die Effizienz der Solarenergienutzung durch dynamische Regelung zu steigern und einen kontinuierlichen Betrieb durch intelligentes Monitoring des Ladezustands (SoC) der Batterie sicherzustellen.
  • Integration: Implementierung einer modernen IoT-Infrastruktur (MQTT, Node-RED, InfluxDB) für Echtzeit-Datenerfassung, Visualisierung und Fernwartung.

Änderungen/Verbesserungen

Hardware-Wiederherstellung

  • Batterieaustausch: Die defekte, tiefentladene Batterie wurde durch eine neue Lithium-Ionen-Batterie (12,8V, 60Ah, 768Wh) ersetzt.
  • Fernzugriff: Die Netzwerkverbindung wurde durch die Installation eines WLAN-Routers mit externer Antenne wiederhergestellt, was eine zuvor unmögliche Fernwartung ermöglichte.

Implementierung der IT-Infrastruktur

  • Docker-basierte Architektur: Serverseitig für Modularität eingesetzt.
  • MQTT-Broker: Verwaltet die leichtgewichtige Datenübertragung zwischen der Station und dem Server.
  • Node-RED: Verarbeitet Datenflüsse, berechnet Schwellenwerte (wie SoC) und verwaltet die Logik.
  • InfluxDB: Speichert Zeitreihen von Wetter- und Energiedaten dauerhaft.
  • Grafana-Dashboard: Visualisiert meteorologische Echtzeitdaten (Temperatur, Wind usw.) und Energiekennzahlen (Spannung, Verbrauch, Solarvorhersage).

Logik & Algorithmen

  • Ladezustand (SoC): Entwicklung von Formeln zur Berechnung des SoC basierend auf der Batteriespannung.
  • Energieprognosen: Schätzung der verbleibenden "Messdauer" basierend auf dem aktuellen Verbrauch.
  • Spannungsschwellenwerte:
    • Tiefentladeschutz: 10,5 V (Systemabschaltung).
    • Maximalspannung: 14,1 V (Ladeschluss).
    • Nennspannung: 12,8 V.

Ergebnisse der Energieanalyse

Das Projekt führte eine detaillierte Analyse des Stromverbrauchs der Sensoren durch und identifizierte die primären Energietreiber:

KomponenteTäglicher Verbrauch (Wh)% der Gesamtlast (Sensoren)Anmerkung
Regensensor (beheizt)144 Wh82%Höchster Verbraucher durch Heizelement
Windsensor24 Wh13%
Andere Sensoren8,16 Wh5%Temp., Feuchte, Strahlung
Gesamtlast Sensoren176,16 Wh100%Ohne Router/Logger

(Quelle: Tabelle 2 der Arbeit)

Herausforderungen

  • Anfänglicher Systemausfall: Das Projekt begann mit einer komplett funktionsuntüchtigen Station (defekte Batterie, keine Verbindung), was zunächst physische Reparaturen erforderte.
  • Hoher Stromverbrauch: Der verwendete Standard-WLAN-Router wurde als Hauptenergieverbraucher identifiziert, der zu viel Strom für ein autonomes Solarsystem zog, insbesondere im Winter oder bei schwachem Licht.
  • Mangelnde Datentransparenz: Dem System fehlten anfangs präzise Sensoren, um den tatsächlichen Energie-fluss (Solarertrag vs. Verbrauch) zu messen, weshalb Energiewerte theoretisch berechnet werden mussten.

Ergebnis

  • Betriebsstatus: Die Wetterstation wurde erfolgreich wieder online gebracht und zeichnet aktiv Daten auf und überträgt diese.
  • Aktives Monitoring: Ein funktionales Energiemanagementsystem ist nun vorhanden, das den Batteriestatus und Wetterdaten in Echtzeit via Grafana visualisiert.
  • Kritische Erkenntnisse: Das Projekt kam zu dem Schluss, dass echte langfristige Nachhaltigkeit den Austausch des stromhungrigen Routers (z. B. durch einen Raspberry Pi) und die Installation von MPPT-Solarreglern/Shunt-Modulen für präzise Messungen erfordert.